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Beziehung

cappucchino Persönliche Nachricht schicken | 165 Beiträge

Wie kann Beziehung gelingen?

Ihr alle,

aufgrund des Unmuts über die herrschende Langeweile hier und die ganz und gar nicht langweilige Entwicklung in dem thread von Lore74, versuche ich die Diskussion mal in einem neuen thread zu schüren/forzuführen.

Die Frage, die sich mir stellt, ist: Wie kann Beziehung gelingen?

Damit auch eine hübsche Auseinandersetzung im wörtlichsten positiven Sinn entfacht, formuliere ich mal meine bisher gewonnen Erkenntnisse etwas herausfordernd in der Hoffnung auf Widersprüche (der interessanteren Diskussion wegen)...

Wir streben nach einer dauerhaften, möglichst "ewigen" Beziehung. An diese haben wir hohe Ansprüche, die da sind: Vorhandensein von Liebe, gelebte und erfüllte Sexualität, Gemeinsamkeit, Austausch, Verständnis, Aufmerksamkeit und Treue (etc etc?).
Und das alles und jedes in dem höchsten und exklusivsten Maße.
Nun sind wir aber alle "nur" Menschen, daher fehlerhaft und zum Scheitern an unseren hohen Idealen verurteilt.

Wie sieht es nun aus, das taugliche Beziehungsmodell unter diesen Voraussetzungen? Resignation? Isolation? Monogamie? Polygamie? Serielle Monogamie? (etc etc?)
Wie umgehen mit der Tatsache, daß wir Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen sind? Wie glücklich muß mich der Partner/die Partnerin machen, ab wieviel Unglück sollte/muß man sich trennen?

Ich fände es schön, wenn sich möglichst viele beteiligen! Viele Erfahrungen und Meinungen bereichern!

P.S.: Lob und Kritik verbalisieren und auf Däumchen verzichten wäre traumhaft...


29.10.2009, 10:07 Uhr melden

Frage beantworten

Antworten (37)

LauraLuxus 1667 Beiträge

Guten Morgen Cappu,

erstmal muß man natürlich abwägen, ob eine Beziehung überhaupt Sinn macht.
Wenn Du Dir eine Familie mit Haus und Kindern wünscht,
wäre ein Mann, der erstmal 2 Jahre mit dem Rucksack
durch Südamerika ziehen will, wenig vielversprechend.
Außer Du könntest Dir vorstellen, mitzugehen und danach
die Familie zu gründen. :-)

Man muß halt wirklich überlegen, welche Kompromisse man
eingehen kann und welche nicht.

Ich habe immer irgendwie gespürt, ob es passt, oder nicht.
Ob die Wünsche und Vorstellungen auf einem Weg liegen.
Man muß nicht immer mit dem Kopf durch die Wand.
Aber wenn es Sachen gibt, mit denen man sich überhaupt
nicht einverstanden erklären kann, darf nicht im ersten
Moment der Verliebtheit geglaubt werden, das wird schon
irgendwie gehen.

Warum die Beziehungen nicht immer halten? Das ist das
Problem, weil sich auch im Laufe Deines Lebens
irgendwann Deine Bedürfnisse und "Werte" ändern können.
Das geht dann Deinem Partner genauso. Wenn es dann
zu weit auseinander geht, kommen die Probleme.

Wie man den richtigen Partner findet.
Das ist schwer. Da gehört auf jeden Fall auch Glück dazu
und jede Menge Menschenkenntnis. :-)
Natürlich sind die Leute, die größe Kompromisse eingehen
können, klar im Vorteil.
Wenn man ganz feste Vorstellungen hat, betriff Optik,
Wesen, Verhaltensweisen, Wünschen, wird der Kreis
der möglichen Partner immer kleiner.

Nina1 Persönliche Nachricht schicken | 5217 Beiträge

@cappu
wie du auch festgestellt hast ist gradu mit dem WEG meiner meinung nach exakt auf dem richtigen WEG....ich MUSS diesen beifahrer WIRKLICH mitnehmen wollen und dieser beifahrer MUSS wirklich mit mir mitfahren wollen....er darf mich nicht als angenehmes taxi sehen und ich ihn als angehmen teilstreckenbegleiter....

--<@Nina
Eben! Wir müssen uns überlegen, was Voraussetzungen da sein müssen, damit wir es KÖNNEN. Und was glaubst du, was muß man KÖNNEN??--<

ich denke, dass es dazu letztendlich NUR selbstannahme, selbstachtung und selbstwert braucht....

wenn ich mich selbst annehmen kann, mit all meinen fehlern und schwächen....kann ich auch den anderen annehmen mit all seinen fehlern und schwächen...

wenn ich mich selbst wert schätze und meine grenzen setze, kann ich auch den anderen wert schätzen und seine grenzen respektieren....

wenn ich mich selbst achte in meinen bedürfnissen, kann ich auch den anderen in seinen bedürfnissen achten....

ich finde keine anderen voraussetzungen, die man wirklich NOCH mitbringen muss....was man NOCH können muss....

das geheimnis für mich liegt ganz einfach in der SELBSTLIEBE auch wenn mir andere das sehr oft als egoismus, sturheit etc. auslegen....
wenn ich selber nicht in der lage bin MICH wirklich wohl zu fühlen und alles dafür selber zu tun, wie soll ich dann in der lage sein zu akzeptieren, dass der andere sich auch wohlfühlen MUSS.....

und wenn sich einer in einer partnerschaft nicht wohl fühlt, geht er oder leidet....gibt nix anderes....

Klaus69 Persönliche Nachricht schicken | 134 Beiträge

@Cappuchino
Serielle Monogamie ergit sich meißt daraus das entweder

a) einer der Partner die bestehende Beziehung beendet
b) einer der Partner verstirbt

Im Falle a) stellt sich die Frage nach dem "warum".
Ich habe oft erlebt das die Aufmerksamkeit für den Partner, aber auch das Bewustsein für das was die Beziehung ausmacht
vor lauter Alltag immer mehr in den Hintergrund tritt.

Dies läßt sich ein Stück weit durch gemeinsame Ziele, aber auch durch ausreichende Freiräume begrenzen.

Leider passiert es häufig das irgendwelche Dinge aus dem Ruder laufen und aus Bequemlichkeit ( oft als Rücksichtnahme getarnt ) oder Feigheit nicht geklärt werden. Dann fängt man als Vermeidungsstrategie auch in der Partnerschaft an mit einer "Maske" herumzulaufen. Aus meiner Sicht der Anfang vom Ende...

Allgemein fällt mir auf das es den Menschen heutzutage immer schwerer fällt nicht nur den eigenen Vorteil im Auge zu behalten und auch mal Fehler einzugestehen. Am Partner wird herum gemäckelt, man selbst gesteht sich aber vergleichbare Dinge zu. Ich habe oftmals den Eindruck den Eindruck das innerhalb von Partnerschaften ein "Machtkampf" geführt wird damit EINER klar das sagen hat.
Ein Miteinander auf Augenhöhe ist vielen Paaren scheinbar nicht möglich. Unstimmigkeiten scheinen mir immer mehr unter dem Motto EINER muß GEWINNEN geführt zu werden.

Im Falle b) hat man keine Chance etwas gegen das Ende der Beziehung zu machen. In dem Fall halte ich serielle Monogamie für eine natürliche Folge des Bedürfnisses nicht "allein" sein zu wollen.

Meiner Meinung nach ist Monogamie durchaus gut lebbar, wenn man nicht den Fehler macht den Partner zu 100% zu vereinnahmen und darauf achtet
das Respekt und Sorgfalt im Umgang miteinander nicht in Vergessenheit geraten. Eine Begriffserweiterung scheint mir nicht notwendig. Seitensprünge passieren meiner Meinung nach mindestens genauso häufig weil man(n) sich "zu Hause" nicht mehr Respektiert/angenommen fühlt wie aus
rein sexuellen Gründen.

@Nina:
Du hast meine Einstellung zum Thema gut Zusammen gefaßt. Ich persönlich halte mich eher für jemand der zu länger haltenden Beziehungen neigt.
Meine bisher langandauerndste Beziehung hat bisher ~10 Jahre gehalten. Sicher kein Vergleich mit "silberner Hochzeit" oder ähnlichem. Aber ich bin ja auch noch "jung" *smile*

Deinem Fazit
[Zitat Nina]
also kommt es wieder mal wie überall auf die BASIS an....will man WIRKLICH eine dauerhafte partnerschaft MUSS die basis passen sonst muss man es lassen bzw. darf man sich nicht selbst belügen im glauben und der hoffnung, auch auf zwei säulen würde das gebilde langfristig stehen bleiben...dann kann man einfach nichts anderes tun, als die zeit geniessen in der dieses gebilde steht....[/Zitat Nina]

kann ich mich allerdings in vollem Umfang anschließen.

Touch Persönliche Nachricht schicken | 7919 Beiträge

Beziehung heißt Arbeit und Verantwortung.
Kurze und einfache Antwort.
Beziehung kann nur gelingen, wenn man sich des Partners bewusst ist. Und wenn man sich seiner selbst bewusst ist.

Wenn man nicht zerstört, was man hat.
Wenn man erhält, was man hat.
Wenn man nicht stehenbleibt, sondern sich weiterentwickelt.
Wenn man sich gegenseitig achtet und respektiert.
Wenn man sich vertraut.
Wenn man sich Freiheiten gewährt, ohne den Partner damit zu verletzen, zu demütigen oder zu erpressen.
Wenn man die Individualität des Partners und die eigene Individualität nicht ändern will oder ändern tut.

Ganz einfach den Partner als den Menschen anzunehmen, der er ist.
Dann kann Beziehung gelingen.

Klaus69 Persönliche Nachricht schicken | 134 Beiträge

@Nina:

Jetzt müßte man nur noch in der Lage sein genau diese Dinge auch in dem Moment zu erkennen ( und zu berücksichtigen ) wenn Sie einem SELBER passieren...

Da neige ich dann doch immer wieder zur Betriebsblindheit und wundere mich später warum ich denn "auf einmal" mit einer Maske herum renne. Diese wieder los zu werden ist leider oftmals nicht so einfach :-(. Ich wünschte es gäbe ein sicheres Mittel diese bereits im ersten Ansatz zu erkennen damit sie gar nicht erst zum tragen kommt...

Nina1 Persönliche Nachricht schicken | 5217 Beiträge

@Klaus
nochmal zu diesem satz:

---< Dann fängt man als Vermeidungsstrategie auch in der Partnerschaft an mit einer "Maske" herumzulaufen. Aus meiner Sicht der Anfang vom Ende...---<

für mein gefühl ist exakt in diesem punkt die allergrösste gefahr und ist genau DAS eine ständige gratwanderung....vielleicht auch die grösste kunst....

denn hat man den mut etwas zu sagen was einem nicht passt ist die gefahr sehr gross, dass man dem anderen damit gleichzeitig sagt, dass er sich ändern soll....der andere hat gleichzeitig ein gefühl nicht mehr zu passen so wie er ist...
es ergibt sich ein system aus dem beide schlecht oder nie mehr rauskommen...

sagt man nix....hat man selber die maske auf....

hier ist der knackpunkt überhaupt vielleicht, für mein gefühl im moment....


im übrigen halte ich nix von dieser ganzen beziehungsarbeit....ich halte viel mehr von der ständigen arbeit an SICH SELBST....mir kommt oft vor, dass da nur an einem künstlichen gebilde herumgearbeitet wird zur ablenkung, weils halt wieder bequemer ist....an was ANDEREM zu arbeiten als an SICH SELBST....
die gefahr ist gross in dieser "beziehungsarbeit" die arbeit am ändern des anderen zu sehen....

ich mag dieses wort nicht und finde beziehung nur dann für mich erfüllend wenn sie völlig leicht ist....sobald ich das gefühl von anstrengung = arbeit spüre....passt schon was nicht mehr, etwas das eigentlich in der basis schon nicht gepasst hat....etwas das mir in der basis noch unklar war oder ich "absichtlich" mit der rosa brille drüber hinweggeschaut habe....

somit ist für mich nach der selbstliebe die kunst der kommunikation der zweite wesentliche faktor...



Nina1 Persönliche Nachricht schicken | 5217 Beiträge

@Klaus
--<:-(. Ich wünschte es gäbe ein sicheres Mittel diese bereits im ersten Ansatz zu erkennen damit sie gar nicht erst zum tragen kommt...--<

es gibt ein sicheres mittel....DAS EIGENE SPÜREN VON SICH SELBER....

ich spüre das IMMER...bin aber nicht davor gefeit trotzdem still zu sein und die maske drüberzuziehen....DAS ist mein fehler sehr oft....
meine gründe dafür sind verschieden: zeitmangel... wirkliche rücksichtnahme weils halt jetzt grad nicht passt was zu sagen, wenn er in ner halben stunde wieder geht.... falsche hoffnung, dass es einmalig war....falsche hoffnung auf alleinige "besserung"... zu langes warten in der hoffnung, ich werde mich daran gewöhnen....es gibt viele "gründe", ob sie WIRKLICH grund sind, weiss ich nicht....
vielleicht gibt es KEINEN grund, etwas nicht sofort zu sagen, SOFORT zu reagieren....vielleicht ist genau DAS der kardinalfehler......was denkst du ?

Klaus69 Persönliche Nachricht schicken | 134 Beiträge

@Nina:

Das Risiko mißverstanden zu werden besteht immer. Wenn man aber nicht versucht Dinge anzusprechen (und eine GEMEINSAME ) Lösung zu finden KANN es ganz schnell passieren das man nur noch nebeneinander her lebt.
Leider wird Unzufriedenheit oft in Form eines Vorwurfs zum Ausdruck gebracht ( Kontraproduktiv und oftmals blind gegenüber dem eigenen Fehler ) und der Partner beginnt sich zu verteidigen...

[Zitat Nina]
...Beziehungsarbeit...ich mag dieses wort nicht[/Zitat Nina]
Und hier kann ich mich nur zum Teil anschließen. Mit dem Wort Beziehungsarbeit kann ich auch nicht viel anfangen. Damit gegenüber meiner Partnerin gegenüber Aufmerksam und Respektvoll zu sein schon.

[Zitat Nina]
und finde beziehung nur dann für mich erfüllend wenn sie völlig leicht ist....sobald ich das gefühl von anstrengung = arbeit spüre....passt schon was nicht mehr, etwas das eigentlich in der basis schon nicht gepasst hat....[/Zitat Nina]

In diesem Teil stimme ich mit Dir nicht überein. Eine Beziehung besteht eben auch daraus die weniger erfüllenden Momente GEMEINSAM zu meißtern. Das kann Rückwirkend durchaus auch sehr erfüllend sein und die Beziehung stärken. Das in der Notwendigkeit für die Beziehung "etwas tun" zu müssen schon Erkennbar wird das an der Basis etwas nicht stimmt/niemals gestimmt hat halte ich hingegen für vollkommen falsch. Das widerspricht der Erkenntnis das der Mensch und seine Persönlichkeit sich im Laufe der Zeit verändert....

Nina1 Persönliche Nachricht schicken | 5217 Beiträge

@Klaus
ich finde das wieder mal seeehr spannend mit dir....danke...

---<Das in der Notwendigkeit für die Beziehung "etwas tun" zu müssen schon Erkennbar wird das an der Basis etwas nicht stimmt/niemals gestimmt hat halte ich hingegen für vollkommen falsch.---<

WENN die basis wirklich gestimmt hat liegst du damit völlig richtig.....

wie ich vorher erwähnt habe, denke ich, dass in meinen beziehungen die basis mit diesen drei säulen niemals wirklich gepasst hat....daher erkannte ich dann immer, wenn ich zu "arbeiten" anfangen sollte den fehler in der basis...da ich wohl dann unbewusst wusste, dass ich an der falschen basis nix ändern kann bin ich einfach immer gegangen....

---< Das widerspricht der Erkenntnis das der Mensch und seine Persönlichkeit sich im Laufe der Zeit verändert....--<

da stimme ich mit dir 100 % überein...ich denke, dass es auch das sein sollte was ständige herausforderung, freude und ständige erneuerung bedeutet....gemeinsam immer neue ebenen zu erreichen....da es keinen festen zustand gibt auf der erde...

ach klaus....ich hab bald halbzeit in meinem leben...muss lachen, weil ich immer sagte, die ersten 50 jahre lerne ich NUR...die zweiten 50 jahre setze ich um und lerne dazu...die letzten 20 jahre geh ich in pension....

im moment lerne ich grad seeehr viel für die abschlussprüfung kommt mir vor.... -:)

Klaus69 Persönliche Nachricht schicken | 134 Beiträge

@Nina:

Freut mich das Dich unsere Unterhaltungen ebenso inspirieren wie mich :-)

[Zitat Nina]
wie ich vorher erwähnt habe, DENKE ICH, dass in meinen beziehungen die basis mit diesen drei säulen niemals wirklich gepasst hat....DAHER ERKANNTE ICH dann immer, wenn ich zu "arbeiten" anfangen sollte den Fehler in der Basis...
[/Zitat Nina]
Selbsterfüllende Vorhersage ?

Ich habe da so eine Idee... Da ich aber weder Dich noch Deine Partner und die Umstände kenne schwebt sie vollkommen haltlos im Raum und wird deshalb auch nicht geäußert werden...


[Zitat Nina]
da stimme ich mit dir 100 % überein...ich denke, dass es auch das sein sollte was ständige herausforderung, freude und ständige erneuerung bedeutet....gemeinsam immer neue ebenen zu erreichen....da es keinen festen zustand gibt auf der erde...
[/Zitat Nina]
Damit räumst Du ein das die Veränderung genauso gut Ursache sein könnte...

Du hast vor mindestens 120 Jahre alt zu werden? Das halte ich, für mich, nicht gerade für erstrebenswert da Körper und Geist mit zunehmendem Alter nicht mehr miteinander Schritt halten :-(

=>Vergiß nicht vor lauter "lernen für die Abschlußprüfung" auch zu LEBEN und die TROCKENE THEORIE mit PRACKTISCHEN ERFAHRUNGERN zu ERGÄNZEN/UNTERMAUERN...

Das Leben ist zu schön um es nur mit darüber nachdenken zu verbringen.

Weiter vorn im Threat gab es auch eine Anmerkung das man mit zu viel über etwas nachdenken viel kaputt machen und den Zauber der Situation zerstören kann...

Oder gibt es eine logische Erklärung dafür das uns zB der Anblick eines im Wind treibenden "Pusteblumesamens" so verzaubern kann? Ich kenne keine, genieße den Anblick aber trotzdem jedesmal wieder :-)