Sie sind nicht angemeldet.
Suche

Abbrechen

Sie sind nicht angemeldet.
Anmelden

Als angemeldetes Mitglied von GMX können Sie auf Beiträge von anderen Mitgliedern antworten und selbst Beiträge schreiben.

Sie sind noch kein GMX Mitglied? Mit nur einer Registrierung erhalten Sie ein GMX E-Mail-Postfach sowie Zugriff auf alle Dienste und Services.
Zur Registrierung

Sie sind nicht angemeldet.

Familienleben

Lieber Nutzer

zukünftig bleiben Foren und Ratgeber von 18:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens geschlossen.

In dieser Zeit können Sie keine Beiträge verfassen, jedoch private Nachrichten versenden, Beiträge lesen und bewerten.

Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Ihre Forenaufsicht

Turbonagel 266 Beiträge

Wie kann ich meinem 20jährigen Sohn Ehrgeiz vermitteln?

Mein 20jähriger Sohn macht nix aus seinem Leben. Er hat zwar das Ziel, einmal sehr reich zu sein, aber er tut nichts dafür. Er lässt alles auf sich zukommen, bzw. alles von anderen erledigen. Und wenn man ihm mal damit kommt, dass man ihm die Hilfe verweigert, dann zuckt er mit den Schultern und sagt:"Egal. Musst nichts für mich tun."

26.10.2009, 10:52 Uhr melden

Antworten (3)

Bayonet Persönliche Nachricht schicken | 29 Beiträge

Er ist der Manager-Typ. Er hat ein sehr starkausgeprägtes Koordinationstalent. Diese kommt nicht allein. Man kann hier ansetzen, abyyyyr gleichzeitig muss er lernen, dass es manchmal Niederlagen gibt oder dass der Wind anders als erwünscht kommt. Hatte er gedient?

The2008Graduate Persönliche Nachricht schicken | 2832 Beiträge

Hi,

der Begriff "Ehrgeiz" wird meistens verwechselt mit "Lebensmut", das ist das Hauptproblem. "Ehrgeiz" ist der Unterschied zwischen "einfach machen" und "so gut wie möglich sein wollen" - und hat nichts mit der Frage zu tun, ob man denn auch die Energie dafür aufbringen kann, überhaupt etwas zu tun.

Genauso werden Menschen, die innerlich keine Kraft und keine Zuversicht haben, als "faul" bezeichnet, was so auch nicht stimmt.

Das bedeutet in Klartext, dass du deinem Sohn keinen Ehrgeiz vermitteln kannst (denn das ist eine Charaktereigenschaft, die mit Narzissmus zu tun hat und nicht mit Lebensmut).

Im Alter von 20 Jahren ist es ohnehin sehr, sehr schwer, noch etwas zu vermitteln, was in den letzten 20 Jahren verpasst wurde, denn was du beschreibst, ist die sehr oft vorkommende Mischung aus (verdeckter) Depressivität und Unsicherheit, die sehr viele Jugendliche ab 12, 13 Jahren "befällt" und aus der sie im günstigsten Fall (das heißt, in einer glücklichen, lebensfrohen und arbeitsfähigen Familie) wieder herausfinden - nicht zuletzt durch das wortlose, gute Beispiel, mit dem die Eltern vorangehen.

Falls du wirklich 38 bist und es sich hier um deinen Sohn handelt, kann ich mir natürlich eine Menge Begleitumstände dazu denken, über die du nichts geschrieben hast: Trennung der Mutter (die wohl noch jünger war als du damals?), eventuelle Langzeitarbeitslosigkeit, Sucht..?

Es passiert nämlich sehr, sehr selten, dass Jugendliche in intakten, suchtfreien und arbeitsfähigen Familien eine solche tiefe Depression durchmachen und solche Minderwertigkeitsgefühle haben.

Nun gut, die Vergangenheit lässt sich niemals ändern, aber da solltest du ansetzen, wenn du etwas für ihn tun möchtest:

Es wurden gewiss Fehler gemacht im Umgang mit ihm. Die muss man aber erst mal selbst sehen lernen UND sie sich eingestehen können, denn niemand kann von seinem Kind etwas erwarten, was er selbst (oder besser, die wichtigste Bezugsperson) nicht geben konnte.

Wahrheit ist das A und O zwischen Eltern und Kindern. Man muss seinem Kind nicht alles erzählen was einen selbst quält, aber es hilft, wenn man selbst Einsicht hat und das auch so verworten kann. Erst wenn man selbst keine unangemessenen Erwartungen mehr hegt, kann das Kind sich frei entfalten und sein Leben in Angriff nehmen.

Wenn tatsächlich eine Trennung vorgelegen hat: Kinder fühlen sich IMMER schuldig deswegen, und das führt dazu, dass ihr Selbstwertgefühl angeknackst ist. Das ist ein tiefes Empfinden, das sich auch nicht mit zwei, drei gut gemeinten Sätzen wegwischen lässt. Vielmehr muss man hier, sofern es in der Tat schon ein altes Leid ist und vieles versäumt wurde, manchmal fast bei null anfangen und das Selbstvertrauen des Kindes (ja, auch mit 20 ist dein Sohn innerlich noch ein "Kind", wenn er solche Probleme hat) Schritt für Schritt neu aufbauen.

Dazu bedarf es, dass du ihm weiter hilfst, aber mit dem Ziel, dass er es irgendwann alleine schafft. Das heißt, nicht alles vorkauen, sondern ihn einbeziehen, nachhaken, bohren... aber mit Geduld und Liebe! Manche Dinge muss er lernen, selbst zu erledigen, aber du kannst anfangs daneben stehen bleiben, damit er sich nicht alleine fühlt.

Das alles tust du, weil du dich Sorgen machst, weil du weißt, dass nicht alles optimal verlaufen ist UND du dir SICHER bist, dass er sich selbst viel wohler fühlen wird, wenn er lernt, langsam aber sicher die Verantwortung zu übernehmen für sein Leben.

"Sehr reich" sein zu wollen ist natürlich eine Realitätsflucht in diesem Fall und zeigt, wie wenig Selbstwertgefühl er hat und wie machtlos er sich in seiner Welt fühlt. Erst, wenn er das selbst durchschaut hat, kann er lernen, sich anzunehmen, wie er ist, mit den realen Möglichkeiten, die er in seiner Welt hat.

Die paar Sätze, die du geschrieben hast, laden natürlich zu viel Spekulation ein, wie "dramatisch" die Wirklichkeit aussieht, weißt du alleine. Aber ohne DEINE Zuversicht und DEIN Vertrauen darin, dass dein Sohn sein Leben meistern wird, wird es in diesem Fall, so lange, nachdem "das Kind in den Brunnen gefallen ist", nicht gehen. Dein Sohn braucht die Hilfe seiner wichtigsten Bezugspersonen, deren Einsicht und Eingeständnis sowie das Vertrauen darin, dass er das jetzt "gebacken" bekommen wird. Fang mit Kleinigkeiten an, wie da sind "Bude aufräumen", "kochen lernen", Telefonate erledigen, evtl. Gänge zu Ämter und was da noch so alles anfällt.

Wenn dir das alles zu schwammig ist und du nichts damit anfangen kannst, dann mach einen Termin bei einer Familienberatungsstelle. Viel Glück.


Athinai Persönliche Nachricht schicken | 62 Beiträge

Hallo Turbonagel,

da ich nur auf deine Zeilen eingehen kann, die sehr dürftig sind für ein solch Komplexes Thema, fällt mir zunächst folgendes auf:

„Mein Sohn macht NIX aus seinem Leben.“ : Ist das DEINE Einschätzung der Situation, oder die deines Sohnes?

Für mich klingt das zunächst einmal SEHR negativ, wenn nicht sogar herabsetzend. Nicht nach einem Vater der VOLL hinter seinem Sohn steht. Falls er wirklich NIX gemacht hat, bis jetzt, hätte dir das eventuell etwas früher auffallen müssen? Kann es sein, dass dein Sohn ANDERE Ziele verfolgt als die von DIR gewünschten?

Aber gut. Die Frage ist eine andere. „Ehrgeiz“ vermitteln. Das wird nicht klappen. Seinen Kindern vermitteln, das von NICHTS, NICHTS kommt in dem man es ihnen vorlebt, ist der gängige Weg.

Meine Vorschreiberin The2008Graduate ist bereits auf die möglichen Defizite in der Vergangenheit eingegangen. Ich fange lieber im Hier und Jetzt an.

Wenn dein Sohn lediglich andere Vorstellungen vom Leben hat und diese verfolgt: würde ich diese UNTERSTÜTZEN! Hinter ihm stehen!

Falls er in der TAT glaubt, alles fällt ihm in den SCHOSS, würde ich das in keinster Weise unterstützen! Irgendwie ist er zu dieser Einstellung gekommen, wurde ihm vieles zu EINFACH gemacht?

Dies sind alles Punkte, die es zu hinterfragen gilt bevor, zumindest ich, hierzu etwas Sinnvolles schreiben könnte.

Alles Gute!